Der Mops von Fräulein Lunden
War eines Tags verschwunden,
sie pflegte – muss man wissen –
tagtäglich ihn zu küssen.
Das hat dem Mops wie allen,
die ehrlich sind, missfallen.
Der Küsse überdrüssig,
ward unser Möpschen bissig.
Er stritt mit allen Hunden,
sogar mit Fräulein Lunden,
und gestern oder heute,
entfloh er, liebe Leute.
Er floh vor Kuss und Schleifen,
man kann den Mops begreifen,
denn Schleifen sind ihm schnuppe,
ein Mops ist keine Puppe.
Dem Mops sind Küsse Qual,
so lautet die Moral.

 

James Krüss

 

 

Der Weihnachtsspaziergang

 

Ein kleiner Hund aus gutem Haus,

der riß an Weihnachten einst aus.

Einen Spaziergang fand er labend,

besonders grad am Heiligen Abend,

wenn alle Menschen sind in Eile

und Hunde haben Langeweile.

Zunächst lief er durch seinen Garten

und wollte auf das Frauchen warten.

Die kam nicht heim so lief er fort.

Trollt sich gemächlich durch den Ort,

verbellt ein bisschen Prinz und Rexi,

besucht dann freundlich Nachbars Hexi.

Kurz, er genießt nach Hundeweise

ne" muntere kleine Weihnachtsreise.

Vergnügt strolcht er auch übern Markt,

wo sonst sein Frauchen öfters parkt.

Doch als er nun nach Hause wollte,

wusst er nicht mehr wohin er sollte.

Er setzt sich vor den Metzgerladen,

ein Stückchen Wurst könnt jetzt nicht schaden,

doch eh er noch danach gefragt,

wird er schon grob davongejagt.

"Was willst Du hier, du selten blöder, häßlich kleiner Straßenköter!"

Dem kleinen Hund wird bang zumute.

Er senkt die Ohren, klemmt die Rute tief zwischen seine Beine ein.

Wie gern würd er zu Hause sein, in seinem warmen Hundebett.

Die Menschen hier sind gar nicht nett.

Schon naht von fern ein Polizist.

" Der wird mich fangen, so ein Mist".

Das kleine Hundchen rennt und rennt,

bis es nicht Weg und Steg mehr kennt.

Längst ist es aus der Stadt hinaus-vorbei am allerletzten Haus.

Da plötzlich hört der kleine Schlingel den Klang von Hufen und Geklingel.

Und sieht im Lichterglanz einen Schlitten, der kommt wie aus des Himmels mitten

und wie aus einem großen Tor klingt Lachen und Musik hervor.

"Freut euch ihr Menschen auf der Erden, euch soll das Fest der Weihnacht werden,

mit Glück und Freude und Geschenken, will euch das Christkind jetzt bedenken!"

Wer denkt in dieser frohen Stunde an arme, heimatlose Hunde?

So bellt und jault das Hündchen kläglich, " Ein kleiner Hund, ja ist das möglich?"

Schon naht sich ihm mit schnellen Schritten das Christkind selbst vom goldenen Schlitten

und nimmt ihn freundlich auf den Arm.

" Nun hast du es hier erst einmal warm."

"Ich bring dich in den Hundehimmel, du glaubst gar nicht welch ein Gewimmel

von netten Hunden wird dort warten im wunderschönen Himmelsgarten."

Das Hündchen lässt sich gerne tragen, doch fragts " was wird mein Frauchen sagen?"

Es jault auf einmal ganz erschreckt," wenn es jetzt das ich weg, entdeckt?

Es denkt doch gleich ich bin gestorben und dann ist ihm das Fest verdorben.

Im Himmel wär es sicher schön, doch Christkind, das musst du verstehn,

mein Frauchen, das mich zärtlich liebt, wär sicher allzusehr betrübt."

Das Christkind lächelt und es nickt, "Du weißt was sich für Hunde schickt.

Des Hundes Liebe ist die Treue, drum bringe ich dich jetzt aufs Neue

zu deinen Menschen schnell nach Haus - und dann reißt du nie wieder aus."

Der Schlitten fliegt mit Schellenklang

den Waldweg und die Straß entlang.

Dem Hündchen ist es wie ein Traum, schon sitzt es unter dem Weihnachtsbaum.

" Da ist ja unser Strolchi wieder ruft Frauchen und die Weihnachtslieder,

die klingen fröhlich jetzt und heiter,

das Christkind, das fährt leise weiter.

(Elisabeth Petzina) 

 

 

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