Hier sind der Pietro und ich zu sehen, auf dem rechten Bild ist der Othello und die Minni, unten ist mein Lieblingsplatz wenn Carmen am Pc sitzt.

Hallo,
ich bin der Kasimir und bin im Februar 2008  10 Jahre alt geworden.
Mein Leben ist ein bisschen aus der Bahn geworfen aber wir haben uns hier alle ganz gut arrangiert.
Am 6. Januar 2008 war ein seltsamer Tag. Mein Frauchen Karin packte etliche Sachen von mir zusammen und sagte wir fahren zu Carmen nach Espenau.
Prima, dachte ich, wir machen Urlaub. “Ne, nicht wir, bloß Du”  sagte Sie. Selbst mein Lieblingsledersofa wurde im Auto von Bekannten verstaut. Jetzt geht’s aber los, warum kommt das riesige Sofa mit?
Nu wurde mir ein bisschen Angst, merkte ich doch das mein Frauchen traurig war.
Was ist bloß los mit ihr?  Sie sagte was von Krankenhaus und das ich da nicht mit könne. So ein Blödsinn, ich kann doch Karin Gesellschaft leisten und sie trösten, nein das ginge nicht wurde mir gesagt.
Die letzten Tage hat sie auch dauernd mit Carmen telefoniert und hat ganz viel von mir erzählt. Wer ist bloß dies Carmen dachte ich damals.
Na ja, dann traten wir die lange Fahrt nach Kassel an, etliche Pausen wurden eingelegt damit ich meine Blase leeren konnte.
Endlich nach Stau und Endlosfahrt kamen wir dann in Espenau an. Carmen kam  uns draußen entgegen und begrüßte uns . Von mir war sie ganz entzückt und sagte das ich sie an ihren Theo erinnere, wer auch immer das ist.
Jetzt ging's ins Haus, ach du lieber Gott, eine Mopsinvasion und eine Bulldogge. Na prima wo bin ich hier nur hingeraten??
Erst mal hab ich ganz friedlich getan und so konnten die beiden Frauen sich unterhalten, dauernd ging es um mich, Kasimir hier und Kasimir da.
Mir wurde es nach einiger Zeit langweilig und so habe ich erst mal den Fall von hinten aufgerollt und mich an die Bulldogge rangemacht. Klasse, dies war schon mal falsch, der wollte mit mir keine Kirschen essen, hab ich gleich gemerkt.
Da sind wir dann ein bisschen spazieren gegangen damit ich mich beruhige, ich mich beruhigen, na toll.
Wie denn? Ich kriegte jetzt nämlich schlussendlich richtig mit das ich hier bleiben muss und mein Frauchen, die Karin, alleine ins Krankenhaus fuhr. Sie sagte sie würde mich sofort holen wenn sie wieder gesund ist.
Aus den erst angedachten 2 Monaten sind es  schon über 8 Monate geworden. Aber jetzt wird die Wiese bald wieder grün, mein Frauchen holt mich nämlich nächste Woche ab, stellt Euch vor. Am 17. 8. fahre ich wieder mit Ihr nach Aachen. Allerdings nicht in unser altes Heim sondern in eine neue Wohnung  und ich darf mit, ist das nicht toll? Ich freu mich so... Hoffentlich gibt es keine Schwierigkeiten weil ich doch manchmal meine Häufchen verliere und auch schon mal piesele.
Was hier in der Zeit so alles passiert ist, Ihr glaubt es kaum.
So, gedanklich wieder zurück in den Januar, den 6. als ich für einige Zeit in Espenau einzog, dem hiesigen Rudel das fürchten zu lehren.
Allerdings hab ich erst mal eine ganze Zeit flache Bälle gemacht. Sind doch direkt an dem Samstag noch 2 Möpse gekommen. Der Eddi und der Günther, zwei Möpschen die hier immer mal Ferien machen und dieser Termin stand schon lange fest, nur ich war der Notfall der von jetzt auf gleich hier her kam.
Also war ich anfangs ganz vorsichtig, musste ich doch hier die Stellungen der Einzelnen einer Prüfung unterziehen. Wer steht hier wo und von wo kann ich aufräumen?
Carmen hat mich irgendwie gleich erkannt und im Vorfeld kam öfter ein warnendes “ Kasimir nein” oder “ Kasimir vergiss es”
Sie sagte auch gleich das ich mit Sicherheit nicht ins Bett oder aufs Sofa darf, nicht weil ich da nicht mehr reinpasse sondern weil alle Möpse die stressen wollen auf dem Teppich bleiben müssen - sozusagen.
Na gut, na gut, benehme ich mich eben erst mal.
Ich war  die ersten Wochen ganz lieb nur mit dem Norbert hab ich ab und zu gezankt. Im vorbeigehen rempelte ich ihn immer wieder mal an, aber er reagierte nicht und so wurde ich, wenn Carmen es nicht sah, immer ein bisschen rabiater. Wenn das warnende “Nein” von Carmen kam, war ich wieder der liebste. Der Norbert ging mir immer aus dem Weg und so hab ich ihn immer mehr bedrängt bis er sich endlich drauf einließ und wir haben uns gekloppt.. Heißa macht das Spaß obwohl ich körperlich voll unterlegen bin und sofort auf dem Rücken lag. Kehle darbieten hab ich mal gelernt, yippie klappt, Norbert ließ mich los drehte sich um und wollte weg. Hähä, ich aufgesprungen, hinterher und in den Popo gebissen. Da wurde ich unsanft am Kragen gepackt und zur Ordnung gerufen. Oh ja, ich war wieder ganz lieb, standen doch jetzt der Eddi, der Carl und der Albert vor mir. “Carmen, die tun mir doch nichts oder? Ich bin doch ganz lieb.”
Jetzt hab ich mich wieder benommen und guckte mir alles wieder von Ferne an. Es wäre ja superschön hier, ohne die anderen Hunde. Aber Carmen will sich auf nichts einlassen, sie meint das ich der Besuchshund bin und mich zu benehmen habe.

Ich habe auch bald die Emma kennen gelernt. Emma ist das Möpschen von Susanne, Carmens Schwester. Emma ist ein ganz fesches Mädel mit der man richtig fangen spielen kann.


Das dollste ist natürlich hier das wir Möpse täglich arbeiten gehen. So was Tierquälerisches kenne ich sonst gar nicht. Den ersten Morgen war ich ganz perplex, um halb 5 klingelt der Wecker und wir gehen raus. Mannoman, im Januar ist es da noch ganz schön dunkel. Ne mit mir nicht, ich bin die ersten Tage morgens liegen geblieben und im Anschluss mit dem Othello raus. Der Rentner kriegt nämlich Extrawürste gebraten  und da wollte ich mich gleich mit einreihen.
Mittlerweile bestehe ich morgens auf den ersten Gang. Da geht dann der Albert mit, ich kann nicht so lange laufen und der Albert will morgens nicht so lange laufen. Wir ergänzen uns prima.
So lange Eddi und Günther hier waren hab ich mich gut benommen, wirklich.. Nur ein paar kleine Ausraster, sonst ging es.
Im Februar, kurz nachdem Eddi und Günther wieder nach Köln gefahren sind, bekamen wir Zuwachs. Der Notfall namens Minnie Maus zog hier ein. Sie war ganz apathisch, unterernährt und krank. Ich war ganz lieb zu ihr, ehrlich.
Als Minnie sich so langsam erholte und sich einer Leistenbruchoperation  unterziehen musste, wurde die Johanna sehr krank. Pietro wich ihr anfangs nicht von der Seite und auch die Minnie lag gerne bei ihr. Es war ein auf und ein ab mit der schlimmen Krankheit von Johanna und Carmen musste sich sehr auf die Johanna konzentrieren. Im nachhinein tut es mir sehr leid aber ich habe die Situation der kranken Johanna ausgenutzt, Carmen konnte nicht so auf mich aufpassen, habe versucht mich im Rudel voran zu arbeiten. Ich biss den Norbert, ich legte mich mit Carl an, konnte plötzlich den Othello nicht mehr leiden und zu allem Überfluss habe ich aus Eifersucht auch die kranke Johanna einmal gebissen.
Da war's aber mit Carmens Fassung aus und sie hat mir ganz schön die Ohren langgezogen und die Leviten gelesen, ich musste mich von Johanna fernhalten.
Carmen sagte auch das es eine Sache ist sich mit den potenten Rüden im Rudel anzulegen, aber mit dem blinden und tauben Othello wäre schon mies, aber die Johanna unterbuttern zu  wollen wäre unter aller Sau.

 Für mich ist der Othello trotz Altersgebrechen hier immer noch der Chef und den leg ich um wenn ich kann. Carmen allerdings sorgte, trotz ihrer Ängste um Johanna, dafür das ich nicht mehr an den Othello dran kam. Kam das warnende “ Kasimir Nein” zog ich mich schmollend zurück, aus diesem Zorn heraus, der Eifersucht dazu, legte ich mich immer wieder gern mit Carl an, der ist nämlich auch blind und wenn ich leise zu ihm hinging, kriegte er es nicht gleich mit und dann hats gerappelt. Ich liebe diese Kabbeleien. Dann kann ich wedeln wie verrückt und kann vor Zorn ganz gerade laufen.
Carl mag das gar nicht mehr und neuerdings kommt gleich der Norbert zu Hilfe. Man die haben mir letztens eine Packung verabreicht, mein Ohr tut jetzt noch weh.
Also im großen und ganzen klappt es mittlerweile, wir lieben uns nicht aber das müssen wir ja auch nicht sagt Carmen, nur in Ruhe lassen soll ich die anderen.
Leider ist Johanna mittlerweile verstorben, sie hat es nicht geschafft gegen ihre Krankheit anzukämpfen obwohl sie sich alle Mühe gegeben hat. Bis zum Schluss war sie stark, wollte immer mit raus spazieren gehen aber die Krankheit hatte doch gesiegt. Ich hab mich aber zwischendurch bei ihr entschuldigt indem ich mich immer mal zu ihr gelegt habe. Aber nur wenn der Othello nicht bei ihr war, er hat sich sehr gekümmert nachdem der Pietro 3 Wochen vor ihrem Tod sich von ihr distanziert hat.
Minnie hat sich gut gemausert und gibt, sehr zu meinem Leidwesen, hier den Ton an.
Ich freue mich mittlerweile jeden morgen wenn Carmen im Garten ihre Tiere füttert, dann kann ich nämlich ganz allein Patrouille laufen, trinke aus Nachbars Vogeltränke, schaue nach den Meerschweinen und ärgere den Nachbarshund, Murphy den Jackrussel und Titus den Riesenschnauzer.  Oh jeh wenn die mich mal zu packen kriegen. Carmen und die Nachbarn passen aber auf mich auf.

Manchmal ruft Karin bei Carmen an und fragt nach mir, Carmen richtet mir immer Grüsse aus und ich freue mich wenn Karin mich nach Hause holt. Sicher ist es hier schön, habe immer was zu tun aber die Karin ist doch mein richtiges Frauchen und sie holt mich wieder zu sich, bestimmt!


Während der Himbeerzeit gab’s morgens für mich immer eine Handvoll Himbeeren und dann haben wir uns noch auf den Balkon gesetzt bis es dann ins Geschäft ging. Carmen verkauft nämlich Blumen, da im Laden riecht es immer so gut.
Im Laden hab ich einen super Platz, eigentlich ist es ja Alberts Lieblingsplatz aber ich habe mich, mit Carmens Hilfe, ein paar Mal dazu gelegt und jetzt geht der Albert manchmal an die Seite und legt sich auf die Eckbank.
Dieser tolle Platz ist eine ausrangierte Badewanne, ausgepolstert mit Kissen und Decken und über die Hälfte der Wanne ist ein Brett unter dem ich mich prima verstecken kann. Obendrauf liegt dann gern der Pietro. Leider schaffe ich es nicht allein in die Wanne aber ich klettere morgens als erstes, wenn wir im Laden ankommen, auf das Podest vor der Wanne und Carmen hebt mich rein.

Wenn mir langweilig ist oder wenn ich Durst habe dann meckere ich und Carmen hebt mich aus der Wanne. Ich erledige was zu erledigen ist und manchmal setze ich mich vor die Ladentüre und passe auf wer da so reinkommt. Meistens aber will ich meine Ruhe und dann knöttere ich so lange vor der Wanne bis Carmen sich erbarmt und mich wieder reinhebt.


Ich war auch schon mal zornig als Norbert in die Wanne geguckt hat, der wollte mich stören und da hab ich so gegreint und gebrüllt und bin dann so gehopst das ich es vor Wut geschafft habe da raus zu springen. Mach ich aber nie wieder, hab mir nämlich einen Fuß verknackst und der Norbert und der Carl haben mich vertrimmt weil ich so frech war. Albert hat wieder nur Schadenfroh daneben gestanden.
Der hilft mir auch nicht, der faule Kerl.
Mittags kommen meistens die Eltern von Carmen und die Mama geht dann mit mir eine kleine Runde spazieren. In der Mittagspause bleibe ich dann, meistens mit Othello im Blumenladen und wir beiden passen auf. Ich kann leider so große Runden nicht mitlaufen. Durch einen Bandscheibenvorfall  kann ich die Beinchen nicht mehr so schwingen und wenn ich dann zu lange laufe, schleife ich mir die Füße auf. Obwohl, seit ich hier bin habe ich durch viel Bewegung, im Rahmen natürlich, richtig gut Muskeln aufgebaut, sagt die Tierärztin. Trotzdem sieht es für Außenstehende wohl nicht so toll aus. Ist mir aber egal, da wo ich hinwill, komme ich auch hin. Die kleinen, mehrfachen Runden die ich drehe, gefallen mir auch ganz gut, da habe ich nämlich die Carmen oder deren Mama ganz für mich.
Manchmal wenn ich richtig gut drauf bin laufe ich auch mit den anderen mit, natürlich nicht so lange. Allerdings fange ich nach kurzer Zeit Stress mit den anderen an weil die ja alle schneller laufen als ich und das will ich nicht. Da kneife ich schon mal den ein oder anderen der vorbei läuft.
Prompt ist Carmen  sauer und macht mich zur Schnecke und ich muss mich wieder benehmen und hinten anreihen.
Die einzigste die meiner Meinung nach vorlaufen darf ist die Carmen, wenn wir raus oder reingehen bleibe ich immer im Türrahmen stehen und warte bis Carmen durchgegangen ist aber wehe es will einer der anderen an mir vorbei..
Mein Manko ist natürlich das ich meine “Häufchenmacherei” nicht mehr so unter Kontrolle habe. Ich verliere dann schon mal was im Galopp und wenn ich grad ungünstig am laufen bin, falle ich schon mal rein. Peinlich, aber Carmen wäscht mir dann den Popo und sie sagt es den anderen nicht, zum Glück.
Am ehesten passiert mir so ein Malheur wenn ich mich aufrege, da pollterts schon mal schneller hinter mir.
Wenn ich zu Hause bleibe weil die anderen weiter laufen wollen gibt es auch immer Leckerchen für mich, das allein ist schon klasse, esse ich doch für mein Leben gern.

Mahlzeiten für uns Hunde gibt es 2x am Tag, morgens und abends. Mein Frauchen Karin hat der Carmen gesagt das ich wegen meiner wenigen Zähne kein Trockenfutter darf. Carmen meint allerdings wer andere Hunde kneifen kann, der kann auch mal Trockenfutter testen. Was soll ich sagen? Ich liebe es, wenn die trockenen Dinger zwischen meinen Zähnen knacksen. Ich habe nämlich ein paar tolle Hauer und unheimlich gerne knabbere ich an steinhartem, trockenem Brot, ist nämlich auch gut für die Zähne- sofern vorhanden. Gekochtes mag ich natürlich auch gern.
Eigentlich geht’s mir gut, wenn da nur die anderen nicht wären.

Im Mai hatten wir grosses Mopstreffen in Kassel, da habe ich gaaanz viele Möpse und Menschen kennen gelernt und hier und da habe ich Kuchen abbekommen, aber nur ein bisschen, weil das ist ja nicht gut für Hunde, sagt Carmen. Zwischendurch habe ich wieder ein bisschen Stress gemacht und da habe ich Strafbank bei Tom und Bine  und deren MopsOpa Paul gesessen. Da konnte ich mich ausruhen und dann zu neuen Taten aufbrechen.


Ein paar Mal in diesen Monaten musste ich zum Tierarzt. Ab und zu sind meine Augen schleimig wenn draußen irgendwelche Pollen fliegen. Dann hatte ich mir mal ein Auge an einem Rosenbusch verletzt. Dies ist aber prima wieder verheilt und dann musste mein Ohr nach einer Keilerei, die ich natürlich wieder angezettelt hatte, verarztet werden.

Oben seht ihr den PinkPool von Carmen, den hat sie uns bei dem heissen Wetter auf dem Balkon aufgebaut, schöne Erfrischung. Im Garten gehts nicht da sind so viele Wespen. Ach ja, wenn mein Frauchen mich wieder abholt, geht sie bestimmt wieder mit mir schwimmen und zum Hundeturnen, ist nämlich gut für meine Knochen.


Ich bin schon ein Rabauke und freue mich sehr auf mein Frauchen, trotzdem wird es mir fehlen, der Trubel hier, das tägliche arbeiten im Blumenladen- ich bin nämlich der Türsteher- und was ich liebe: Abends wenn alle sich zur Ruhe begeben haben, nochmals schwanzwedelnd ein, zwei Runden drehen ob auch alle auf ihren Plätzen liegen, wehe nicht...

Ich bin nämlich hier der Bestimmer!
Euer Kasimir

Ach ja und auf den letzten Drücker musste ich mich noch in einem Feld wälzen auf dem frischer Mist ausgefahren war. Da musste ich glatt noch eine Dusche nehmen.

hier passt der Othello auf das ich nicht rausspringe!

 

 


“ Meine Güte Kasimir, Du bist schon ein Stressmaker und trotzdem wirst Du mir fehlen, gerade Hunde die etwas Schwierigkeiten machen, graben sich ganz schön ins Herz. Ich bin froh das ich Dich kennen lernen durfte. Vielleicht besuchst Du uns mal wenn Dein Frauchen wieder richtig fit ist!”
Alles Liebe, Carmen


 

 

 

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