
Hallo, ich bin der Otto.
Am 19. Juli 2003 hat wohl der letzte Abschnitt meines Lebens begonnen.
Mein neues Frauchen hat mich zu sich und ihrem Rudel, zu dem ich nun auch gehöre, nach Hause geholt.
Ich hatte wohl ein aufregendes Leben, an das ich mich nicht mehr so recht erinnern kann, bin halt schon alt.
Aber was ich noch weiß, ist, dass ich auf Berlins Straßen umher geirrt bin, bevor man mich ins Tierheim brachte.
Meine Augen waren zugeeitert, die Ohren vermilbt und ich hatte ein juckendes Ekzem an der rechten Flanke.
Meine Augen und Ohren und das Ekzem wurden behandelt und meine Zähne wurden in Ordnung gebracht, die waren vollkommen kaputt.
Nun habe ich weiße Zähne- jedenfalls die, die noch übrig sind. Ich kann wieder prima kauen.
Leider höre ich nichts und sehen kann ich auch nicht mehr, allerdings kann ich Schatten erkennen.
Als Carmen mich abgeholt hat, hab ich ja erst gar nicht gewusst, das es jetzt nach Hause geht, ich dachte ich komme in einen anderen Zwinger. Im Wartezimmer waren Susanne, Theo und Patty als Begrüßungskomitee und die beiden strahlten so eine Ruhe aus, dass ich gar keine Angst hatte als wir das Tierheimgelände verließen.
Einzig meine Marke musste ich an die Mauer setzen als ich merkte das ich nicht mehr hierher zurück muß.
Es war eine lange Fahrt, zum Glück war das Auto gekühlt, es herrschte draußen eine ganz schöne Hitze.
Auf dem Weg in mein neues Heim musste ich ab und zu so komisch husten und Frauchen und Susanne guckten ganz besorgt.
Zu Hause angekommen, hab ich erst mal die anderen kennen gelernt, ganz nette Truppe.
Irgendwie fühlte ich mich nicht so wohl, ich bekam zwar gleich etwas leckeres zu essen, aber diese blöde Husten, er wurde immer schlimmer.
Ich habe alle anderen die ganze Nacht damit wach gehalten und Carmen hat mir dauernd den Rücken geklopft damit ich besser Luft bekam.
Sonntag morgen war mein Kehlkopf durch den Husten so geschwollen, dass es mit der Luft wirklich eng wurde.
Wir waren alle wie gerädert.
Carmen sprach mit ihrer Ärztin und ich bekam Medikamente.
Es wurde nicht viel besser an dem Tag und Montag ging es ab zum Tierarzt, die Lunge wurde geröntgt, vollkommen verschleimt war die Diagnose.
Hätte ich Euch auch sagen können, weil - ist es meine Lunge.
Also Medikamente, Spritzen usw. es soll mir doch bald besser gehen.
Tagsüber ging es ja auch einigermaßen und ich habe erst mal alles inspiziert.
Abends wurde der Husten so quälend.
Ich weiß schon wo es in den Garten geht und ich finde allein wieder zurück und die Treppe kann ich auch prima hoch und runter. Man merkt kaum, dass ich nichts sehen kann.
Vor Lisa hab ich ein bisschen Muffe, sie zeigt die Zähne und knurrt wenn man zu dicht an ihr vorbei geht, weil- sie will ihre Ruhe haben, sie ist auch schon alt.
Nur, ich sehe es ja nicht wenn sie ihre Beißerchen fletscht, geschweige denn, das ich was höre, blöd aber auch.
Der Theo sieht ja auch nicht so gut, der macht einfach um alles einen Bogen was nach einem großen, schwarzen Klumpen aussieht, der Lisa sein könnte.
Manchmal liegen Luzy und Othello nebeneinander im Weg, hihi, da denkt er auch es ist Lisa, macht eine Kurve um das Hindernis und läuft prompt auf Lisa auf, auweia, aber Theo lässt sich nicht verschrecken, der bellt dann böse und setzt seinen Weg dann auf kleinen Umwegen fort.
Ich bin ganz stolz, ich darf mich zu Theo legen, dies darf hier nicht jeder, er will meistens allein liegen, aber bei mir sagt er nix.
So, mit zur Arbeit war ich auch schon, da kann man schön ausruhen bis es zum Mittagsspaziergang geht.
Leider ist mein Husten noch nicht besser, Freitag war ich zur Nachkontrolle. Othello war mit, der hustet nämlich auch ganz dolle, so ein Mist.
Samstag war Frauchen ganz im Eimer, Theo geht es sehr schlecht und Othello auch, beide Husten und spucken.
Also wieder zum Tierarzt, jetzt bis nach Wabern, weil unsere Ärztin ist im Urlaub.
Spritzen für Theo und Othello und eine schlaflose Nacht für uns alle, mir geht es etwas besser, aber die beiden sind schlecht dran.
Sonntag nochmal hin, jetzt mit allen, weil- Luzy fängt auch an.
Spritzen nochmal für Theo und Othello und alle anderen bekommen die Medikamente, die ich auch kriege.
Jetzt wollen wir hoffen das es uns allen bald besser geht und das wir wieder schlafen können.
Frauchen sagt, dann könnte ich das Leben doch hier viel besser genießen.
Es ist schön, mit den anderen Spazieren zu gehen, obwohl es nur kleine Gänge sind, weil- wir sind ja noch nicht wieder ganz in Ordnung und sollen uns nicht überanstrengen.
Demnächst mehr und dann gibt es auch andere Bilder von mir, das zweite oben ist eins aus dem Tierheim- nicht sehr schmeichelnd,
weil- ich sehe in Wirklichkeit viel besser aus.
Heute ist Montag, der 4. August und
ich glaube es geht uns etwas
besser, jedenfalls husten wir nicht mehr permanent an einer Tour.
Klar, wir kriegen abwechselnd ein paar Hustenattacken und dann ist für
niemanden an Schlaf zu denken, aber irgendwie ist es besser.
Bei Theo sind wir uns noch nicht so sicher, aber er ist nicht mehr so
teilnahmslos und oh Graus, letzte Nacht wollte er unbedingt eine kleine Runde
draußen drehen,
Carmen war nicht begeistert, lustwandelte sie doch im Nachthemd und wollte nur
das Theo Pipi macht, nix da- Theo marschierte geradeaus Richtung Feld.
Na ja, Frauchen und ich- ich geh nämlich mit Theo immer mit- eben hinterher...
Hoffentlich sieht uns keiner, die denken eh hier alle Carmen hat ne Meise äh Mops
:-),
anschließend wieder rein und geruht.
Theo hat bis heute morgen mit kleinen Unterbrechungen gehustet, aber das Frühstück
hat ihm lecker geschmeckt, hat er mir verraten.
Meine Entwicklung betrachtet Frauchen
mit einiger Sorge, nicht aus gesundheitlicher Sicht, sondern was das Einleben im
Rudel angeht.
Sie sagt ich leide unter dem "Tierheimsyndrom", tja was das ist?
Ich hab begriffen, das dies hier mein zu
Hause ist und ich lege die "Gastphase" ab.
Wäre ja eigentlich schön, aber ich will Carmen für mich allein, endlich nur
eine Bezugsperson und nicht viele wechselnden Pfleger.
Also, wenn die anderen zu sehr in ihre Nähe rücken, beiss ich eben.
Pietro, sonst nicht feige, denkt wohl
ich bin alt und er verschwindet.
Luzy hab ich auch schon gekniffen, da gab's von Carmen für mich was hinter die
Ohren.
Hmm, versteh ich nicht, ich hab sie doch nur gern :-( und will sie nicht teilen.
Aber der Othello ist eine harte Nuss,
wenn ich knurre und angreife, dann schlägt er erbarmungslos zurück- hat mich
doch glatt gestern in die Nase gebissen.
Zwei Blumentöpfe auf dem Balkon sind bei dem Gerangel zu Bruch gegangen,
Carmen war sauer und musste mir die Nase abwischen.
Na und, ich bin fast blind und taub, die
sollen mich bedauern- und krank bin ich auch noch.
Na wir werden schon noch die Rangordnung herstellen, Frauchen sagt sie kriegt
das in den Griff. Wie meint sie das?
So was Blödes, ich krieg mein Essen
zuletzt und darf zum spazieren gehen zuletzt aus der Tür und wenn wir wieder
reingehen, darf ich erst als letzter unser Haus betreten.
Carmen sagt, wer als letzter dazu kommt und Mucken macht, muß im Rudel hinten
anfangen.
Na ich werd es euch schon zeigen, Lisa hab ich auch schon angeknurrt -haha-
Ich bin ja nicht wirklich böse, die
haben mich ja auch trotzdem gern, zu Theo darf ich mich legen und die anderen
legen sich auch schon mal zu mir auf die Decke.
ich überleg es mir noch mal, vielleicht benehme ich mich ja auch demnächst anständig.
So das war es erst mal wieder, euer Otto, der sich hier schon tierisch wohl fühlt.
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| oooch bin ich müde... |
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Tja, wir haben jetzt Juli 2007 und es ist eine Menge passiert in den letzen Jahren.
Theo, Lisa und Luzy sind nicht mehr bei uns, sie sind im Regenbogenland.
Glaubt ja nicht das es deswegen hier viel weniger geworden ist..
Zwischendurch, vor ungefähr zwei Jahren, kam Johanna zu uns.
Vor einem Jahr der Albert und dieses Jahr zog der Norbert bei uns ein.
Ich bin viel ruhiger geworden, knurre die anderen nur noch an wenn es ums essen geht und lasse es mir gefallen wenn Othello sich zu mir legt.
Hier seht Ihr wie ich auf mein Essen aufpasse,
zur Not setze ich mich eben drauf.
Der Blödmann allerdings ist wohl nicht mehr ganz dicht, erst legt er sich vertrauensvoll zu mir und plötzlich merkt er das er neben mir liegt, knurrt mich an und kneift mich. Ja, gibts denn sowas??
Albert, die Bulldogge ist superlieb, er leckt mir immer die Ohren sauber, er war bestimmt früher mal Krakenpfleger oder so..
Die Johanna ist auch superlieb, abends legt sie sich gerne zu mir. Find ich klasse.
Mittlerweile gehts mir nicht mehr so gut, find mich nicht mehr so zurecht, will nirgends hin und schlafe ganz, ganz viel, eigentlich schlafe ich nur noch ausser wenn es essen gibt.
Vor ein paar Tagen bin ich 18 Jahre alt geworden und Carmen sagt das ich das Recht habe mich zu ruhen.
